COSIMA-FILMTHEATER

Sieglindestraße 10
12159 Berlin
U- und S-Bahn Bundesplatz
Tel.: ...
Wir zeigen heute,
Mittwoch, den 24.07.2024:


15:15 Cosima:
Arrow Die Gleichung ihres Lebens

18:00 Cosima:
Arrow Juliette im Frühling

20:30 Cosima:
Arrow SNEAK Preview

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Pfeil Eva Lichtspiele
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Berlin-Film-Katalog präsentiert nochmals

Zugverkehr unregelmässig (1951)

... nur am Montag, 15. Juli um 17.30 Uhr im Cosima-Filmtheater !

DDR 1951 | 82 min. | digital

R: Erich Freund
B: Peter Bejach, Hermann Turowski
K: Willi Kuhle
M: Franz R. Friedl
D: Claus Holm, Inge Keller, Hanns Groth, Brigitte Krause, Peter Lehmbrock, Eva-Maria Bath, Horst Drinda, Margarete Kupfer

Am 8. August 2024 feiert die Berliner S-Bahn ihren hundertsten „Geburtstag“. Berlin-Film-Katalog präsentiert aus diesem Anlaß nochmals einen der (erstaunlicherweise) ganz wenigen Spielfilme, in denen die S-Bahn eine Hauptrolle hat: In „Zugverkehr unregelmäßig“ ist die S-Bahn in doppeltem Sinne ein Vehikel. Mitte 1951 uraufgeführt, handelt es sich um einen der ersten Filme, der das bis zum Mauerbau in fast allen DEFA-Produktionen gezeichnete Berlin-Bild bietet: Tatkräftiger, optimistischer Aufbau im Osten, der permanent gestört wird durch die Zustände in West-Berlin, das bevölkert wird von Schiebern und Spekulanten, Spionen und Saboteuren, Arbeitsscheuen, Prostituierten und Berufsverbrechern. Nur sie profitieren vom in Wahrheit falschen Glanz des Wirtschaftswunders, der auf Pump finanziert wird und nicht zuletzt durch Ausplünderung des redlich schaffenden Ostens.
Diese Ausplünderung trifft hier eben vor allem die S-Bahn, zu deren Sabotage die Bösewichte immer eigens in den Ostsektor fahren. Dabei wurde dieses Verkehrsmittel bis Anfang 1984 auch in West-Berlin von der DDR-Reichsbahn betrieben. Und der östlichen Sichtweise zufolge hätte die Polizei der Westsektoren die Übeltäter vermutlich nicht behelligt, da ja auch sie im Auftrag der dortigen schurkischen Obrigkeit handelte. Wären die Drehbuchautoren aber der Logik gefolgt, hätten sie nicht auch noch das wackere Wirken der Ost-Berliner Volkspolizei feiern können.
Vor allem aber war dieser Spielfilm eine schnelle Reaktion auf die Tatsache, daß es bei der Berliner S-Bahn um 1950 tatsächlich öfter „Zugverkehr unregelmäßig“ hieß: Rasch war das Verkehrsmittel zu einem Austragungsort des Kalten Kriegs geworden, der mit der sowjetischen Blockade der Berliner Westsektoren im Sommer 1948 offen begonnen hatte. Mit seiner propagandistischen Absicht und der entsprechend holzschnittartigen Darstellung zeigt der Film, wie sich auch bei der DEFA das ideologische Klima mittlerweile verschärft hatte. Allen inhaltlichen und formalen Einwänden zum Trotz ist „Zugverkehr unregelmäßig“ aber natürlich sehr interessant als Dokument seiner Zeit und wegen zahlreicher Ansichten vom damaligen Berlin: Alexanderplatz, S-Bahnhof Börse (heute Hackescher Markt), Pergamonmuseum, um nur einige zu nennen.

VORSCHAU:
Am Montag, 5. August 2024 um 17.30 Uhr folgt ein weiterer Film aus der Welt des Berliner Verkehrs:
R.A. Stemmles Krimi Gleisdreieck von 1936/1937 in ganz frisch digitalisierter, restaurierter Fassung. Die Hauptrolle eines Fahrdienstleisters auf dem U-Bahnhof Gleisdreieck spielte Gustav Fröhlich.

Am Montag, 19. August 2024 um 17.30 Uhr präsentieren wir nochmals Ulrich Schamonis fulminanten Erstling Es, 1966 der erste Kassenerfolg des Jungen Deutschen Films. In den Hauptrollen: Sabine Sinjen und Bruno Dietrich.

Am Montag, 2. September 2024 um 17.30 Uhr folgt ein weiteres Werk von Ulrich Schamoni mit der jungen Sabine Sinjen: Der frisch digitalisierte Liebesfilm Wir – zwei von 1969/1970. An ihrer Seite: Christoph Bantzer.